Hans

30. Vollmondbrief

Liebe Vollmondbriefgemeinde,

weil mir zwei ALG-Vorstandsmitglieder zu Vollmond geschrieben haben, habe ich gleich zurück schreiben müssen. Das Feature wird populär. Ich halte kaum einholbar bei 30, kein Grund zum Feiern. Ich hatte wenige Tage zuvor moniert, dass eine von mir veranstaltete Gedenkfeier für Deserteure nicht wie versprochen von den Grünen mitfinanziert worden ist, sondern im ALG-Vorstand mehrheitlich abgelehnt wurde. Für Schnellleser ergibt sich daraus vielleicht ein Sittenbild der Grazer Grünen. Aber ich warne vor der vollständigen Lektüre. Niemand muss das gelesen haben. Es taugt nicht für andere Formate und hilft anderen Parteien herzlich wenig beim Schlechtmachen der Grünen. Im Gegenteil, innerparteiliche Demokratie, das zeigt die Lektüre deutlich, finden wir bei den Grünen einigermaßen entwickelt. Der sich teilweise überschneidende Briefwechsel folgt in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, also zuerst, was sich aktuell in meinem Bauch abspielt. Impressum siehe unten, wo es bunt wird. Wie immer der Hinweis, mit einer einfachen Willensbekundung aus der exklusiven Vollmondbriefgemeinde gestrichen zu werden.

Liebe Grüße,
Hans Fraeulin.

Von: Hans Fraeulin
Gesendet: Montag, 5. Mai 2008 03:39
Betreff:
AW: ALG-Vorstandsgedenken

Liebe Sigi,

auweia, das tut mir jetzt furchtbar Leid, dass nur das "Will noch wer was sagen" akustisch rübergekommen ist. Traditionell lade ich alle Anwesenden nach meiner Ansprache ein mit den Worten: „Wer hierzu etwas sagen will, ist herzlich eingeladen, dies jetzt zu tun.“ Das habe ich insgesamt drei Mal getan. Mit Ernst Kaltenegger war nichts abgesprochen, schon gar nicht, dass sein Stadtblatt darüber berichtet und den Veranstalter unterschlägt. Ich werde noch mit den Herrschaften schimpfen. Einen Obolus habe ich von ihnen bekommen, aber sicher nicht genug. Keinen Anstand haben die Leute. Ich kann froh sein, dass die „Woche“ von einer Gedenkfeier des Grünen Hans Fraeulin geschrieben hat – mit mir als James Joyce im Bild. Schwarz und Rot waren auch eingeladen mit der Bitte um einen Obolus, das war übrigens Deine Idee, jetzt sind auch die Schwarzen nicht gekommen, vermutlich nicht deswegen, vielleicht weil sie sich nicht mit den anderen Parteien blicken lassen wollten. Ernst hat mich beim ersten Fragen mit leuchtenden Augen angesehen und, weil er der ranghöchste Politiker war, habe ich ihm das Wort erteilt. Die Kummerln haben das perfekt gemacht und nur noch einen Fotografen mitbringen müssen. Ich habe das außerordentlich bedauert, dass Du nicht auch sprechen wolltest, wie es für mich in dem Moment aussah. Als mir Peter Hagenauer nachher von seiner persönlichen Involviertheit erzählte, was ich ja wusste und in der Aufregung vergessen hatte und Peter fragte, warum er es nicht selber erzählt hat, ist mir aufgegangen, dass ich im Vorfeld viel mehr mit Euch hätte reden müssen. Leider hat sich Stefan Egger als Missing Link letzten Endes destruktiv bewährt. Viele Wochen, nachdem er seine Bereitschaft zur Mitarbeit angekündigt hatte, war nichts von ihm zu hören. Als die Kundgebung anzumelden war und die Grüne Akademie ihren Terminkalender herausbringen wollte, bin ich kraft meines Mandats als Noch-Bezirksrat der Grünen selber tätig geworden. Sonja fand es wohl besser, das als Veranstaltung des Pick-up Theaters zu deklarieren – eine Vorgangsweise, die kurze Zeit später vom Rechnungshof gerügt wurde, weshalb wir das in Zukunft anders machen mit einem Konzert in der Grünen Akademie. Das zu fördern, ist jedenfalls korrekt. Kurz, Stefan monierte, dass ihm die Veranstaltung nicht grün genug sei, hat aber in Folge nichts dazu beigetragen, sie so grün, wie er wollte, zu machen und mich wahrscheinlich nur angerufen, um die Hände in den Schoß legen zu dürfen. Er kam dann auch nicht zur Feier, weil er Unterricht hatte. Auf die Idee, mit seiner Klasse zur Feier zu kommen, bin ich zu spät draufgekommen, er gar nicht. Ich hatte niemand, von den Grünen schon gar keinen, der mir bei der medialen Vor- und Nachbereitung der Gedenkfeier zur Hand gegangen wäre. Es ist alles an mir hängen geblieben von den Presseaussendungen bis zum Bestellen des Buffets, weil ich Schiss hatte, jemanden dafür bezahlen zu müssen und kein Geld hatte, auch keine Zusagen außer 150€ von den Kummerln. Deserteure ist ja auch ein heikles Thema. Ich verstehe jeden, der dabei Muffen bekommt. Drei Wochen vorher haben wir vom Theater fast täglich geprobt, was hoffentlich keinem auffiel. So perfekt wollen wir schon sein. Von der Gedenkfeier davor habe ich einen Videoclip auf DVD hergestellt, der in allen Kinos während der Diagonale laufen sollte. Das haben die aber abgelehnt, was mich im Nachhinein nicht wundert, weil der Clip die ganze Vorstellung, vor allem das läppische Vorprogramm zusammengehaut hätte. Auf unserer Website kannst Du ihn Dir anschauen. 14 Stunden habe ich gebraucht für 4 Minuten Film. Dann schwante mir übles, dass niemand die Feier dokumentieren würde, und ich nahm dann in der Eile meinen Digitalcamcorder mit. Welcher grünen Zeitung soll ich die Bilder schicken, wer ist meine Ansprechpartnerin für die grünen Internet-Sites, nachdem auch auf den Bezirksseiten Tabula rasa gemacht wurde. Auf unserer Ries-Site waren tolle Sachen drauf: ein Hörprotokoll von der GR-Sitzung, wie sie die VS Ries geschlossen haben, und sich Charly Herper als Wortführer der Schließung präsentierte und Ferk als professioneller Drüberfahrer. Ich habe das immer als Beweis genommen, wenn ich im Wahlkampf behauptete, dass Ferk nicht einmal von seinen eigenen Leuten gewählt werden würde. Und so kam es ja auch. Nun ja, mit Lisa sind wir in einer bisher nie gewesenen Stärke medial präsent. Da hätten wir nur mit herself medial was reißen können, kurz, wenn sie selber gekommen wäre. Und ich hätte wie auch bei Dir, nicht angestanden, Euch mit einschlägigem Material für Eure Reden auch kurzfristig zu versorgen für den Fall, dass das notwendig gewesen wäre.

Nach der vorletzten Gedenkfeier bin ich innerlich beinahe verblutet. Deshalb halte ich meinen Unmut über Insuffizienzen bei den Grünen nicht mehr hinter dem Berg. Sie waren meine ärgsten Beuschelreißer damals. Geheime Abstimmungen in einem Vereinsvorstand und das in einem Verein, der sich besonders demokratisch gibt, ist wohl wirklich das letzte. Warum traut sich das niemand deutlich zu sagen? Als Mitgründer der ersten grünen Liste weltweit habe ich meine Ansprüche an eine Partei neuen Typs bewahrt. Das macht mich vielleicht in den Augen anderer überheblich. Eher habe ich den Eindruck, dass die meisten immer noch denken: Was will denn dieser Piefke hier.

So kam es mir wieder vor, als ich in Wien bei den Grünen anrief, ich wüsste, wie die Grünen die nächste NR-Wahl gewinnen werden. Wohlwollendes Desinteresse, Werner Kogler abgetaucht. Wie ich der dortigen volkswirtschaftlichen Mitarbeiterin das Geheimnis schließlich verraten habe, weil sie mir ihr geneigtes Ohr lieh, nachdem ich ihr erzählte, dass ich 17 Semester Volkswirtschaft studiert hätte, um nachher eine neue Partei zu gründen, geriet sie nach meinem zweiten Satz vor Freude ganz außer Atem, nahm den Faden auf und spann ihn begeistert weiter, wir warfen uns die Bälle zu. So ein fantastisches Feedback hat mich richtig glücklich gemacht. Und jetzt die trüben Tassen auf dem Bundeskongress… Habe ich vorher gar nicht gecheckt, dass das sooo gut ins Timing gepasst hätte, wenn mir nur einer der grünen Großkopfeten für fünf Minuten sein Ohr geliehen hätte.

Gerade kommt Post von Wolfgang Raback an alle herein. Er behauptet, ich hätte Dich nicht reden lassen, weshalb ich diese Post einfach auch an alle schicke. Er behauptet auch wahres, dass ich z.B. selbst in der Kalkulation aufscheine. Also allen damals Abwesenden kund und zu wissen: Ich habe mitgesungen und die Gage für die Zündschnüre aus einer Rückzahlung vom Finanzamt vorfinanziert. Wozu 17 Semester Volkswirtschaft doch alles gut sind. Nicht einmal das Finanzamt scheut sich, die Gedenkfeier maßgeblich zu finanzieren. Zur Sache: In einer seriösen Kalkulation haben alle voraussichtlichen Kosten aufzuscheinen. Dieselbe Kalkulation habe ich auch der Landesregierung vorgelegt, vorlegen müssen. In einer seriösen Kalkulation haben auch sämtliche Fixkosten aufzuscheinen. Ich habe das Brigitte in einem Crash-Kurs BWL am Telefon erklärt, was es mit dem auf sich hat, dass eben sämtliche Einnahmen etwas zu den Fixkosten beitragen, die nun mal zu finanzieren sind, bevor ein Ton gesungen wird. Die Landesregierung trägt nun nichts zur Finanzierung der Gedenkfeier bei, wie ich ohnehin befürchten musste, weil sie die Probenarbeit letztes Jahr schon finanziert hat. Du, Wolfgang Raback machst mir zum Vorwurf, dass ich das Büro und die Probenräumlichkeiten zur Verfügung gestellt und die Mitwirkenden verköstigt habe und mich auch noch erdreistet habe, selber mitzusingen, und alles einkalkuliert zu haben und nimmst alles als Vorwand dafür, eine anständige Förderung abzulehnen? Bei so viel Chuzpe dreht sich mir der Magen um. Da mir das nicht noch einmal passieren darf, fühle ich mich von Dir existentiell bedroht. Jetzt verstehst Du auch die Drohung mit dem Staatsanwalt und die anderen hoffentlich auch.

Die ausweichenden Antworten haben mir Karl, Brigitte und Christina gegeben. Christina ist außer obligo, weil wir von verschiedenen Gremien redeten. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass sie nicht im Vorstand ist, und sie sprach die ganze Zeit offenbar vom Club. Dass ich nachgereicht irgendwo im Netz die Zusammensetzung des ALG-Vorstands hätte erfahren können, wenn ich nur fleißig das Netz danach durchsucht hätte, weist Dich, Wolfgang, als Kafka-Kenner aus, nur dass Du nichts daraus gelernt hast. Die Information kam von der Grünen Akademie und zwei E-Mail-Adressen, die von Markus und Sigi waren falsch. Aber das habe ich inzwischen der Grünen Akademie gesteckt.

Zu Punkt 3: Nicht einmal das mit den Stimmenzuwächsen stimmt. Der Rest ist Gesülze.

Zu Punkt 4: Grundsätzlich ist mir egal, aus welchem Topf das Geld kommt. Als ich dann von Nicole erfuhr, dass wieder dieser Bezirkstopf dafür vorgesehen sein soll, bekam ich Zorn. Es hat diese Bezirksaktivitäten nie gegeben bis auf Christines Fahrkartenaktion für Asylanten und vielleicht noch was, weshalb mir mit viel Ach und Weh, weil das Denkmal im falschen Bezirk stand, ein halbes Jahr später aus diesem Topf 900€ für die nun vorletzte Gedenkfeier ausgezahlt wurden, und ich gleich 200€ für aushaftende Beiträge wieder einzahlte, und das alles mit einem einstimmigen feierlichen Beschluss der Bezirksrätinnenkonferenz. Das restliche Geld wurde danach wohl in den Wahlkampftopf geschmissen. Von besonderen Aktivitäten in einzelnen Bezirken müsste ich wissen, war aber nix zu merken außer wie immer Christines Gösting. Es war damals die letzte Sitzung der Bezirksrätinnenkonferenz und mir kein derart feierlicher Beschluss erinnerlich, diesen Topf dem ALG-Vorstand zu übergeben. Und dass es nun endlich besondere Bezirksaktivitäten in den Bezirken, wo wir noch nicht im Bezirksrat sind, geben soll, ist für mich nahe der Schamgrenze. Erstens hat sich das teilweise nach den Wahlen erübrigt, zweitens hatten wir sogar in sicheren Bezirken Mühe, dass da jemand kandidiert, drittens: Soll ich jetzt das Denkmal nach Puntigam versetzen lassen?

Zu Punkt 5: Es heißt mimen. Aber immerhin erklärt mir Deine Heuchelei das retardierende Element in diesem zum Lehrerunterstützungsverein herabgekommenen Laden. Schau doch mal um Dich: alles Lehrerinnen und solche, die es werden wollen mit einer Sozialarbeiterin an der Spitze, alles Leute, die berufsnotorisch Wohlverhalten einfordern: Nicht in diesem Ton, Toleranz, o lasst sie uns üben, nicht wie ein trotziges Kind sein, nein, hier und da eine Prise Voltaire, humorfreie Zone. Wo finde ich bei den Grünen einen streitbaren Rechtsanwalt, Architektinnen und andere kreative Köpfe? Ihr vergraults mir noch den einzigen Rockmusiker, den wir in unseren Reihen haben.

Punkte 6-8: Spätestens, wenn ich diese Passagen Euch laut vorlese, werdet Ihr darauf kommen, dass es ebenso Verlautbarungen des ZK der SED sein könnten. So eine Schreibe traut sich heute nicht einmal mehr die Linkspartei. Vielleicht solltest Du, Wolfgang, Dir eine andere Partei suchen, zugegeben auch zum Speiben. Traurig finde ich, dass Du auf meine guten Ratschläge, wie ein kleines Kollegialorgan mit sich selber umgehen sollte, mit einer aus der Luft gegriffenen Behauptung einen draufsatteln willst. Arbeitsklima. Frag mal die anderen. Schon mal was von kollektiver Selbsttäuschung gehört? Sich und den anderen was vorspielen. Der Vorstand eines mittleren Unternehmens wäre etwa auch mit sieben oder acht besetzt und mit einer derart antiquierten Entscheidungsfindung, wie sie ja nun von Dir bestätigt wird, entweder auseinander gefallen mit allen juristischen Konsequenzen, weil da ihr eigenes Geld drin steckt, oder der Betrieb wäre pleite. Was soll das pampige: Wir sind kein Fußballverein. Nicht einmal das seid Ihr.

Du solltest meine Drohung mit dem Staatsanwalt ernst nehmen. Also: wer hat wie gestimmt?

Was ist, wenn ich wieder einmal krank bin oder keine Lust auf Mitgliederversammlungen habe? Passiert mir bei Euch dasselbe wie bei der korrupten Baubehörde, die weiß, dass ein Brief an mich nicht angekommen ist und nun frohlockt, ich hätte nicht darauf geantwortet? Was ist, wenn wieder einmal nur ein paar Hanseln die MV besuchen, Herr gewählter Mandatar? Mich haben 845 Leute gewählt und Dich? Ich bin immer noch Mandatar, weil Stefan und zwei andere gegenüber der ÖVP völlig unnötig die Sau raus gelassen haben und jetzt zum denkbar letzten Termin angelobt werden.

Jetzt ist halb vier vorbei und ich bin alle.

Gehabt Euch wohl,

Hans.

Von: Binder Sigi [mailto:Sigi.Binder@stadt.graz.at]
Gesendet:Sonntag, 4. Mai 2008 18:01
An:Hans Fraeulin
Betreff:AW: ALG-Vorstandsgedenken

Lieber Hans!

Über deinen Ton, die Art und Weise, wie du deinem Unmut freien Lauf lässt, will ich jetzt nichts sagen.

Aber zu deiner Information: Ich habe dem Vorstand rückgemeldet, dass ich es als einen politischen Fehler ansehe, deine Gedenkveranstaltung finanziell nicht zu unterstützen.

Was mich wurmt ist, dass du bei der gedenkfeier Herrn Kaltenegger himself das Wort einräumst, vielleicht hast du das vorher mit ihm ausgemacht, mich aber nicht gefragt hast, ob ich nicht auch ein paar Worte an die Versammelten richten möchte.

Ein allgemeines "Will noch wer was sagen" ist wohl sehr unpassend.

LG
Sigi

Von:Hans Fraeulin [mailto:hans.fraeulin@pickuptheater.com]
Gesendet:Fr 02.05.2008 13:59
An: 'sigi binder'
Betreff:WG: ALG-Vorstandsgedenken

Lieber Hans,

ich fühle mich durch deine email und im Besonderen durch die Formulierung derselben nicht nur als gewähltes Vorstandsmitglied der Grazer Grünen sondern auch persönlich angesprochen und möchte dir daher auch persönlich antworten.

  1. Es ist für mich unbestritten, dass die von dir organisierte Gedenkfeier für Deserteure einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der unrühmlichen Grazer Stadtgeschichte beiträgt.
  2. Wir haben deinen Antrag in zwei Vorstandssitzungen ausführlich behandelt und die von dir vorgelegte Kalkulation im Detail besprochen. Diese hat diverse Kostenpositionen für Proben, Proberäume und Honorare auch für deine Person enthalten. Im Hinblick darauf haben wir daher mehrheitlich die Zuzahlung der € 300,- des GR-Klubs für angemessen gehalten. Insbesondere auch im Hinblick auf die Zuzahlung der KPÖ und auf die Tatsache, dass unsere bei der Veranstaltung anwesende Klubobfrau von dir nicht einmal gebeten wurde (so wie der Vertreter der KPÖ) eine kurze Rede zu halten.
  3. Obwohl wir die letzte Wahl mit erheblichen Stimmenzuwächsen gewonnen haben, schwimmen wir nicht im Geld und wir tragen als Vorstände die Verantwortung für eine faire und effiziente Nutzung der uns anvertrauten Gelder.
  4. Wie du als Bezirksvorsteherstellvertreter wissen solltest, dient der von euch gespeiste Fond in erster Linie dem Aufbau der Bezirksarbeit in jenen Bezirken, in denen wir eben noch keine BezirksrätInnen stellen. Diese Arbeit wird in den kommenden Jahren auch ein Schwerpunktthema der Vorstandstätigkeit sein. Im Rahmen dieser von der Mitglieder- und Delegiertenversammlung abgesegneten Vorgangsweise trifft auch der Vorstand seine Entscheidungen.
  5. Es versteckt sich niemand hinter einer Mehrheitsentscheidung. Wir hatten und haben in den 1 ½ Jahren seit der aktuelle Vorstand zusammen arbeitet ein hervorragendes Arbeitklima und daran konnten auch etliche nicht einstimmige Beschlüsse nichts verändern. Denn ich denke – und um deine Worte zu gebrauchen – sind wir längst dem Dreck vom Spielen im Sandkasten der Demokratie entwachsen. In meinem Demokratieverständnis gehören auch die Toleranz und Akzeptanz anderer Meinungen sofern diese nicht unseren Grundwerten deutlich widersprechen dazu, ohne gleich das beleidigte trotzige Kind zu miemen!
  6. Mich würde auch noch interessieren, wer dir die Auskunft darüber verweigert hat, wer alles im Vorstand ist. Das ist ganz öffentlich unter http://www.graz.gruene.at/partei/vorstand/ nachzulesen!
  7. Da wir mit den Parteigeldern absolut korrekt umgehen und wir außerdem per se kein Fußballverein sind, garantiere ich dir, dass wir trotz der einen oder anderen Mehrheitsentscheidung nicht Pleite gehen werden.
  8. Anstelle deines zynischen und untergriffigen emails wäre es dir jederzeit offen gestanden, nachdem du von unserem Beschluss informiert wurdest, in die nächste Vorstandssitzung zu Kommen um dein Anliegen persönlich vor zu bringen.
  9. Deine Anmerkungen zum Rücktritt und zum Einschalten der Staatsanwaltschaft nehme ich aufgrund der von dir im Zorn vorgebrachten Argumentation nicht weiter ernst, stehe dir aber bei der nächsten Mitgliederversammlung gerne für eine persönliche oder auch öffentliche Diskussion zur Verfügung.

Liebe Grüße
Wolfgang Raback
Die Grünen - Alternative Liste Graz

Jungferngasse 3
A- 8010 Graz
email:wolfgang.raback@gruene.at
Handy: +43-664-1444448


Von:Hans Fraeulin [mailto:hans.fraeulin@pickuptheater.com]
Gesendet:Freitag, 2. Mai 2008 03:51
An:Markus Scheucher,Angela Pilz Vorstandssprecher Stellvertreterin,Sigrid Binder,Christine Liebmann Finanzreferentin;Karl Kaser;Wolfgang Raback,Karl Dreisiebner (Delegierter aus der Bezirkskonferenz
Cc:Lisa Rücker; werner.kogler@gruene.at
Betreff:ALG-Vorstandsgedenken

Hans Fraeulin KEG
Diplom-Volkswirt Magister artium

ALG-Vorstand
Markus Scheucher Vorstandssprecher m_scheucher@hotmail.com
Angela Pilz Vorstandssprecher Stellvertreterin angela.pilz@gruene.at,
Sigrid Binder sigi.binder@gruene.at
Christine Liebmann Finanzreferentin christine.liebmann@aon.at
Karl Kaser karl.kaser@uni-graz.at
Wolfgang Raback wolfgang.raback@gruene.at
Karl Dreisiebner Delegierter aus der Bezirkskonferenz) karl.dreisiebner@gruene.at

Per E-Mail

Gedenkfeier 4.4.08

Aushaftende Gage

Liebe Vorstandsmitglieder der ALG!

Mit der Gedenkfeier für Deserteure haben sich die Grünen in Graz in ausgezeichneter Weise als antifaschistisch und firm in der Aufarbeitung der Grazer Stadtgeschichte profilieren können. Seit vier Jahren besetzen wir führend dieses politische Terrain und fordern die üblichen Heuchler in den anderen Parteien heraus. Dazu setze ich meinen guten Ruf und den meines Theaters alljährlich für die Grünen ein. Gedankt wird mir das von den Grünen mit einem alljährlichen demütigenden Rittern um die Gagen für meine Musikanten. Im letzten Jahr bin ich extra und mit erhobenem Zeigefinger für alle, welche sich erfrechen, bei den Grünen um Unterstützung für ihre Projekte zu betteln, ermahnt worden, in Hinkunft rechtzeitig mit einer detaillierten Kalkulation einen Antrag zu stellen, als wenn ich das noch nie getan hätte. Dem bin ich zwei Monate vor der Veranstaltung nachgekommen. Alles in allem hat die Veranstaltung rund 3000€ gekostet, etwa 700€ weniger als geplant, weil ich in weiser Voraussicht zwei Positionen nicht nachbesetzt habe. Das war künstlerisch gerade noch vertretbar. Ich habe alle Parteien bis auf die Freiheitlichen eingeladen und um ihren Obulus gebeten. Von der KPÖ habe ich 150€ bekommen, vom Grünen Rathausclub wie üblich 300€. Der Bezirksvorsteher hat das Buffet übernommen, was ihn 170€ kostet. Aus dem Fonds für Bezirksaktivitäten erwartete ich mir wie letztes Jahr 900€. Das habe ich Brigitte Schlick, die den Antrag bei Euch einbrachte, mitgeteilt. Der Fonds wird von den Bezirksvorsteherstellvertretungen gespeist, also auch noch von mir, und von Euch provisorisch verwaltet. Mir wurde mitgeteilt, dass der Vorstand mehrheitlich eine Förderung der Gedenkfeier (aus diesem Fonds?) ablehnt.

Meine Empörung darüber hat bisher nur Karl zu spüren bekommen. Ich bitte ihn um Entschuldigung. Ich konnte mich vor unserem nächsten Auftritt nicht und nicht konzentrieren und habe ihn regelrecht gemobbt, als ich dahinter kam, was mich und bis jetzt außerordentlich wurmt.

Das ist mit Verlaub eine üble Vorstellung, die Ihr Euch da erlaubt. Das Ärgste finde ich, dass Ihr Euch hinter einer Mehrheitsentscheidung versteckt, die Ihr selber herbeigeführt habt. Auf die Frage, wer alles im ALG-Vorstand ist, wurde mir mehrfach die Auskunft verweigert, vor allem, wer dafür und wer dagegen gestimmt hat. Die Grünen sind doch kein Geheimorden, oder? Ich habe eben erst von der Grünen Akademie erfahren, wer wo bei den Grünen Verantwortung trägt und da seid Ihr für mich alle gefragt. Wo das hinführt, wenn im Vorstand eines Vereins oder einer Partei mehrheitlich entschieden wird, haben Euch Sturm und GAK doch hinreichend vorgemacht – in die Pleite. Das hat im Konsens oder gar nicht entschieden zu werden. Üblicherweise wird den Proponenten eines Projekts die Gelegenheit gegeben, das Projekt zu verteidigen. Muss ich Euch, die Ihr anscheinend noch den Dreck vom Spielen im Sandkasten der Demokratie an den Fingern kleben habt, noch erklären, dass bei Mehrheitsentscheidungen immer eine frustrierte Minderheit übrig bleibt, welche irgendwann nicht mehr bereit ist mitzumachen, schon gar nicht als Vorstandsmitglied bereit ist, die Verantwortung für nach eigener Ansicht falsche Entscheidungen zu übernehmen.

Mit anderen Worten: Wenn der Vorstand sich nicht im vorher skizzierten Sinne zusammenfindet, soll er zurücktreten, und zwar rasch und geschlossen, bevor er noch mehr Scheiß baut.

Und wenn Ihr glaubt, darüber lachen zu können, werde ich Euch bei der Staatsanwaltschaft anzeigen wegen Veruntreuung Euch anvertrauter Gelder.

Ich vermute, ich war deutlich genug.

Gehabt Euch wohl,

Euer Hans Fraeulin.

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