Hans

24. Vollmondbrief

Ihr Lieben,
manchmal überkommt mich die Neigung, Franzosen und Deutsche einander näher zu bringen, wird hoffentlich eine Erbkrankheit, nachdem es lang genug eine Erbfeindschaft gewesen ist. Auf einer französischen Jugendwebsite, die mir immer zugeschickt wird, habe ich einen berührenden Text erhalten und bin so dumm gewesen, ihn für Euch über Nacht ins Deutsche zu bringen. Die Bilanz für 2005 wäre wichtiger gewesen. Aber manchmal träume ich mich in mein liebes Frankreich hinein, wo ich mit den Leuten rede wie mit Euch. Jedenfalls bilde ich mir das ein, wenn ich drei Wochen wieder dort bin. erza, die ich nicht näher kenne, hat mich durch ihre Worte berührt und mich dazu gebracht, sie Euch zu näher zu bringen. Das geht ja heute schnell, wenn Vollmond ist.
Liebe Grüße,
Hans Fraeulin.

Ne me sauvez pas de l'oubli
Posté par erza
Rettet mich nicht vor dem Vergessenen

Je me réveille pleine de toi. Je te traîne toute la journée comme un boulet. Tu m'enchaînes. Tu me ligotes. Tu me prives de mes droits de vivre en liberté. Je ne vis qu'à moitié. Je survis. Je subis. Je regarde sans rien voir. J'écoute sans rien entendre. Mon cerveau n'a plus de répit. Cette douleur est irréelle. Pourtant je la sens, je la vis. Et elle continue. Elle se nourrit de moi. Et je ne dis rien. J'en veux à la terre entière. Et je ne dis rien. Je me réveille encore. Je suis encore là. Tu es encore là. Et j'ai toujours mal. Il n'y a plus personne. Rien que moi et moi. Tout autour de moi n'est plus que silence. Même le silence se tait quand tu pars. Je m'épuise à prévoir, à réfléchir, à écrire. J'évite d'attendre. Mais je continue à le faire. J'attends que ça recommence. Ou que ça finisse. J'attends demain en espérant revenir à hier. J'attends que tu revienne ou que tu partes. Je m'attends à tout. Tout, pourvu qu'il se passe quelque chose. Pourvu que ça vienne de toi. Je n'avance pas. Je ne recule pas. J'en ai assez de cette situation où il n'y a ni vie ni mort. Où est-ce une mort sans deuil ? Mon imagination s'épuise à chercher des explications.
Et puis j'avale ma peine, ma déception et mes espoirs. Ça fait beaucoup à avaler d'un coup. Je me donne du temps. A présent je veux te vomir. Te faire sortir. Je suis forte. Je peux résister. Non, je ne cherche plus la facilité. Cette fois je vais combattre. J'arrête de faire l'autruche. Je relève la tête et j'affronte la tempête. C'est forcément plus difficile que de la garder sous les draps et se morfondre. Mais j'y arriverai.
Cette boule dans ma gorge je l'avalerai. Et toi je te vomirai. Sors de mes entrailles.
Je me rends compte que tu es mon mal et mon remède. Je me console puisque je ne peux pas me guérir. Je continue à respirer dans le brouillard de ces jours incertains. J'évite de stagner. Ça ne peux pas être pire. Je n'ai que mon courage, ma patience et ma constance. Si je ne résiste pas, qui le fera pour moi?
Si je ne résiste pas, que pourrais je faire d'autre ? J'ai foi. Aucun état n'est figé à jamais. Tout n'est que bouleversement. L'aube arrive toujours. Quoiqu'il tarde.

Je suis vidée. Oppressée par toutes mes peurs et mes angoisses. Mes mots sont devenus vaporeux. Comme cette peine immatérielle, impalpable. Je voudrais la tenir entre mes mains, la posséder. Elle m'inonde. L'attente est pénible. L'attente de toi, d'un jour meilleur, d'une délivrance, de la fin de mon attente. D'un changement. Cette attente est muette, stérile et errante. Je lui en veux aussi.
Une petite voix me parle. Elle est douce et mielleuse. Elle porte en elle tout l'espoir du monde. Elle me sourit. Elle me tend la main. Elle me promet le sourire, la fin du brouillard. Je veux la croire. Elle essaye de me tirer.
Mais l'évidence est beaucoup trop lourde cette fois. Et cette voix est vulnérable. Tellement fragile que le silence la fait taire. C'est le silence qui règne. Il fait la loi. Il est raisonnable. Elle est traîtresse. Tu me mens petite voix. Je t'en veux de me donner de faux espoirs. Je t'en veux d'essayer de me tirer de là. Tu me rappelles que je suis à genoux.
Je suis entrain de retirer ce couteau. Ma plaie, je n'ai que mes mains pour la panser. Je sourirai de bon cœur à nouveau. Je sourirai même en repensant à toi. Cette douleur me paraîtra absurde et ridicule. Je dirai avec conviction et connaissance de cause que tout n'est que question de temps.

Ich erinnere mich genau an dich. Ich ziehe dich den ganzen Tag hinterher wie meine Arbeit, wie angekettet  und aller Freiheit beraubt. Du hast mir alle Rechte und mein Leben genommen. Leben tu ich nur noch mittelmäßig. Ich überlebe halt, schaue zu, ohne was zu sehen, höre zu, ohne was zu hören, Mein Schädel ist taub und schmerzt zugleich und ich lebe das halt aus. Es hält an und ernährt sich von mir. Ich sage nichts. Ich will die ganze Welt haben. Ich bin auch schon da, du auch irgendwo. Mir geht es immer schlecht, keiner mehr da, außer dir und mir. Um uns herum nur Stille. Aber die Stille schweigt sogar, wenn du gehst. Ich erschöpfe mich im Vorsorgen, Nachdenken, Schreiben. Auf was zu warten, ist nutzlos. Aber ich warte immer noch, warte dass es wieder kommt oder aufhört. Für morgen warte ich auf gestern. Ich warte auf dein Ankommen oder dass du abgehst. Ich bin auf alles gefasst, alles was auch immer kommen mag, was immer dir auch zustoßen wird. Ich will nicht zu dir, weiche dir nicht aus, nur habe ich genug von dem, wo es weder Leben noch Tod gibt. Wo gibt es ein Sterben ohne Gottogott? Meine Vorstellungen erschöpfen sich in Erklärungen.
Dann schlucke ich noch meine Pein, meine Verzweiflungen und meine Hoffnungen. Da gibt es genug zu schlucken und alles auf einmal. Ich brauche Zeit. Derzeit kotze ich Dir alles vor, dich zu verlassen. Ich bin stark und kann widerstehen. Ich suche nicht die leichte Arbeit. Diesmal wird gekämpft. Im Sturm! Sich unterm Zelt zu verstecken und sich zu Tode zu fürchten, komme ich schon heraus.
Die Kugel in meiner Kehle werde ich schon noch schlucken werden wie ich dich anspucke, dich jemals in mein Eingeweide hereingelassen zu haben.
Ich weiß schon, dass du mein Fluch und Mittel bist und tröste mich damit, nicht weiter zu kommen. Schlimmer kann es nicht werden. Ich atme weiter im Nebel in diesen unsicheren Tagen, höre nicht zu gehen auf. Schlimmeres kann mir nicht passieren. Ich habe nur meinen Mut, meine Geduld und Sturheit. Wenn ich nicht widerstehe, wer macht das dann für mich?
Ich tröste mich dabei. Kein Zustand ist für ewig, nichts, was umgekrempelt werden könnte. Ein Morgen wird es immer geben.
Ich bin leer, von allen meinen Ängsten und Befürchtungen unterdrückt. Meine Worte sind ausgelaugt wie dieser unerklärliche unaussprechbare Schmerz, den ich in der Hand aufbehalten will und mir dennoch heraus fällt. Das Warten ist furchtbar, das Warten auf dich eines besseren Tages, Erleichterung, Ende meines Wartens. Endlich ändert sich was. Das Warten ist stumm, steril und wirr. Ihm wünsche ich diese kleine Stimme auch ins Ohr. Sie klingt schön und wunderbar. Sie trägt alle Hoffnung der Welt. Sie macht mich lachen und nimmt mich bei der Hand und verspricht mir das Ende des Nebels, was ich ihr gern glaube. Sie zieht mich wohin. Aber ich will nicht mehr, schreit mir ins Ohr. Glaubwürdigkeit zählt und ich zähle wenig.
Wie leicht doch die Stille alles zum Schweigen bringt. Die Stille regiert und macht das Gesetz. Kann man überlegen, kleiner Wicht, der mir falsche Hoffnungen machen soll. Ich will, dass du mich da raus ziehst. Aber du willst mich auf den Knien vor dich haben.
Den Mantel lege ich mir jetzt ab, Nachteil nur, dass ich nicht poschen kann. Ich lache aufs Neue aus vollem Herzen, auch, wenn ich an dich zurückdenken muss. Der Schmerz kommt mir komisch und lächerlich vor. Ich erkläre hier hochheilig und feierlich:
Alles nur eine Frage der Zeit.

 

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